Lotta & Luise trinken Guinness und reden nicht über – schwarz
Obwohl wie hier tatsächlich jahrelange Erfahrung vorweisen können und uns ausnahmsweise mal wirklich auskennen. Und es gibt Dinge zu sagen, wichtige Dinge. Unser moralischer Kompass verpflichtet uns heute direkt als Opener ein ausgesprochen unbequemes Thema zu besprechen.
Warum ist schwarz nicht schwarz?!
Für die durchschnittliche Frau mittleren Alters (durchschnittlich ist auch so ein hassenswertes Wort) haben wir beide einen überdurchschnittlich hohen Schwarzanteil im Kleiderschrank, theoretisch. Praktisch sind das 20% tiefschwarz, 10% grünliches schwarz, 17% verwaschenes Grauschwarz, 29% blauschwarz, 14% bräunliches schwarz und 10% schwarz das eigentlich eher anthrazit ist. Das muss der innere Monk erstmal aushalten können!
Dazu kommen die fatalen Fehlkäufe, die gar nicht schwarz sind sondern nur sehr sehr sehr dunkelblau. Und sehr sehr sehr dunkelblau ist vermutlich die einzige Farbe auf Erden, die so gar nicht mit schwarz harmoniert. Father Ted sieht das übrigens ähnlich.
Sagen wir doch!
Sowas versaut einem den Tag und schickt den ershoppten Dopaminpegel instant in den Keller. Luxusprobleme können wir.
Wer also meint ein vorwiegend schwarzer Kleiderschrank sei etwas für Leute, die es sich einfach machen, der irrt ebenso gewaltig wie jene, die behaupten man könne nicht jeden Tag Pizza essen.
Diesen Nonsens möchten wir nichtmal Kommentieren.
Zum Farbnuancendebakel kommen die praktischen Probleme schwarzer Kleidung und selbstverständlich ihre natürlichen Feinde:
Katzen, Kinder, Vanilleeis und die uns beiden innewohnende legendäre Ungeschicklichkeit, die Milchkaffeeunfälle nicht nur begünstigt, sondern geradezu herausfordert.
Schwarz erfordert also das permanente Mitführen mindestens mittelgroßer Handtaschen, mit denen man diverse Arten von Flecken verdecken kann.
Doch warum tun wir das dann, warum wählen wir den harten schwarzen Weg voller Schmerz, Fusselbürsten und Back-to-Black-Färbepackungen?
Weil wir f***ing witchy old Schrammelgothgermanistikpunks sind. With a hint of Helena. Den Post dazu gab´s hier:
Deswegen.
Und weil schwarze Kleidungsstücke in 99,9% der Fälle stylischer sind als ihre farbigen Pendants.
Weil es sich gut anfühlt schwarz zu tragen.
Weil schwarz so perfekt mit rotem Lippenstift und bunten Maustattoos harmoniert.
Weil schwarz immer schicker aussieht als unschwarz.
Weil schwarz ein Mindset ist.
Weil Amy Winehouse recht hatte.
Weil wir irgendwo in unserer spätpubertären Phase eine Entscheidung getroffen haben und uns weigern erwachsen zu werden.
Wir sind quasi Peter Pan als glitzernde Fledermausvariante.

Glitzernde Peter-Pan-Fledermaus wäre ein grandioses Halloweenkostüm, wir merken uns das für später.
In Wirklichkeit suchen wir uns gar keine schwarze Kleidung aus. Sie sucht uns aus. Das ist höhere Macht.
Wir sind große Verfechter des Konzeptes höherer Macht und des Vertrauens in das Universum und seine verworrenen Wege. Ist doch toll wenn einem jedwede Verantwortung abgenommen wird. Es sei denn natürlich uns gefallen die verworrenen Wege des Universums nicht, dann ist das esoterischer Kokolores und was für schwurbelige Kommunenbewohner mit schief sitzendenden Chakren. So ein Mumpitz.
Aber manchmal ist das Universum so eindeutig in seinen Signalen, als würde es dir neonfatbene Leuchtreklame um die Ohren watschen, wer sind wir kleinen unbedeutenden Menschlein denn das anzuzweifeln. Ein Beispiel aus tagesaktuellem Anlass:
Luise kreuzt morgens auf dem Weg ins Büro einen ausparkenden Leichenwagen und kommuniziert das in der morgendlichen Nachricht an Lotta. Könnte man für unbedeutend halten, doch das Universum handelt oft durch Kleinigkeiten, wie wir ausgebufften Hobbyesoteriker ja wissen.
Lotta schlussfolgert also messerscharf, dass dies ganz eindeutig ein Zeichen der Götter ist heute im Gothic Onlineshop des Vertrauens einen Einkauf zu tätigen. Wie offensichtlich kann ein Zeichen sein!
Dem bleibt doch nichts entgegenzusetzen.
Es bleibt doch lediglich die Überlegung übrig, ob nun heute bei Disturbia oder Killstar geshoppt wird. In unserem sehr theoretischen Fall hat Killstar gewonnen und Luise hat sogar ein bezauberndes Mottokärtchen für diesen Blog im Päckchen gehabt. Also in der Theorie.

Praktisch lassen wir uns natürlich absolut nicht so schnell beeinflussen und zum Kauf wunderschöner glückerzeugender Kleider bewegen, und wir erwähnen auch nicht, dass der Leichenwagen ziemlich oft vor Luises Büro abbiegt, da dort die Garage eines Bestattungsunternehmens ist.
Manchmal muss man dem Universum ein bisschen helfen.
Aber bevor wir jetzt alle Nichtgothics verlieren, schwarz ist aber ja absolut nicht zwangsweise gothic, wir ja auch nicht. Schwarz ist einfach so much more cheerful.
Und das Beste ist, es ist vollkommen irrelevant welche Musik Ihr hört (es sei denn es ist Schlager, dann lasst Euch bitte helfen), mit schwarzer Kleidung macht Ihr nie etwas falsch.
Nie!
Schwarzer Humor, schwarzes Bier, schwarze Lakritze, schwarzer Schmuck, schwarze Smokeyeyes – wir wissen gar nicht warum Männer sich immer so schwer tun passende Geschenke zu kaufen: wenn es schwarz ist (und keine Bratpfanne), dann seid ihr auf dem besten Weg! Vielleicht machen wir mal an anderer Stelle einen Geschenkeguide.
Aber für heute: Holt das schwarz aus der Trauerecke, schwarz ist das neue bunt!
In diesem Sinne – wappnet Euch mit ausreichend Fusselbürsten, legt Amy Winehouse auf und trinkt mit uns ein Guinness, während Ihr im schwarzen Ballkleid völlig overdressed auf dem Sofa chillt. Denn genau das tun wir jetzt auch.

Ihr sprecht mir aus der Seele!
„MY LIFE IS A DARKROOM“